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Reitplatzumrandung selber bauen

Bande, Einfassung und Begrenzung für Ihren Reitplatz • Professionelle Lösungen zum Selberbauen • Holz, Kunststoff oder Beton

Ab 8€ pro Meter
Einfache Holzbande
120 Laufmeter
Für 20x40m Platz
Bis 60% sparen
Vs. Fertigmontage
2-4 Tage Arbeit
Für Standardplatz

Warum braucht ein Reitplatz eine Umrandung?

Die Bande ist mehr als nur Dekoration - sie erfüllt wichtige Funktionen:

Tretschicht-Begrenzung

Verhindert, dass Sand und Reitboden nach außen wandern. Ohne Bande wird der Platz langsam "weggeschoben" und muss ständig nachgefüllt werden.

Optische Begrenzung

Gibt dem Platz klare Kanten und professionelles Aussehen. Wichtig für Reitschüler und Pferde zur Orientierung bei Hufschlagfiguren.

Sicherheit

Verhindert, dass Pferde unbeabsichtigt vom Platz laufen. Schützt vor Trittkanten am Rand (Verletzungsgefahr).

Entwässerung

Verhindert Erosion durch Oberflächenwasser. Mit richtiger Ausführung kann die Bande auch als Drainage-Rinne fungieren.

Exakte Maße

Definiert die genauen Abmessungen (z.B. 20x40m für Dressur). Wichtig für Turniervorbereitung und korrektes Training.

Unkrautschutz

Trennt Reitfläche von umgebendem Gras/Boden. Reduziert Einwanderung von Samen und Wurzeln vom Rand her.

Materialien im Vergleich

Beliebt

Holz (Rundbohlen)

Klassisch & natürlich
Natürliche Optik, fügt sich gut ein
Einfach zu bearbeiten (sägen, bohren)
Günstig (8-15€/lfm)
Selbstbau sehr einfach
Verwitterung (Lasur nötig alle 2-3 Jahre)
Haltbarkeit 10-15 Jahre
Kosten (120m): 960-1.800€
Material + Pfosten

Kunststoff-Paneele

Wartungsarm & modern
Sehr langlebig (20-30 Jahre)
Wartungsfrei (kein Streichen)
Witterungsbeständig
Leicht zu reinigen
Teurer (25-50€/lfm)
Spezielle Montage-System nötig
Kosten (120m): 3.000-6.000€
Material + Montagesystem

Beton-Elemente

Massiv & dauerhaft
Extrem langlebig (30+ Jahre)
Absolut wartungsfrei
Sehr stabil, formstabil
Professionelles Aussehen
Teuer (30-60€/lfm)
Schwer (Maschine zum Setzen nötig)
Kosten (120m): 3.600-7.200€
Material + Fundament + Montage

Weitere Budget-Optionen

Einfache Kanthölzer

Druckimprägnierte Kanthölzer 12x12cm auf Pfosten genagelt. Günstigste Holz-Variante.

Kosten: ca. 6-10€/lfm | Haltbarkeit: 8-12 Jahre

Recycling-Kunststoff-Planken

Aus recyceltem Plastik, holzähnliche Optik. Günstiger als original Kunststoff-Paneele.

Kosten: ca. 18-30€/lfm | Haltbarkeit: 15-20 Jahre

Betonbordsteine liegend

Standard-Tiefbordsteine (100x25x8cm) liegend als Begrenzung. Sehr preiswert und stabil.

Kosten: ca. 5-8€/lfm | Haltbarkeit: 30+ Jahre

Palisaden aus Holz

Runde Pfähle (12-15cm Ø) dicht an dicht gesetzt. Rustikal und sehr stabil.

Kosten: ca. 12-18€/lfm | Haltbarkeit: 10-15 Jahre

Bauanleitung: Holzbande selber bauen

Die beliebteste und einfachste DIY-Lösung - Schritt für Schritt erklärt

Klassische Holz-Rundbohlen-Bande

Benötigte Materialien (für 120m):

  • Rundbohlen (Ø 10-12cm): 120 Laufmeter
    Druckimprägniert, Klasse 3-4
    ~10-15€/lfm = 1.200-1.800€
  • Pfosten (Ø 12-15cm, Länge 180cm): 40-50 Stück
    Abstand 2,5-3m, 80cm tief einbetoniert
    ~8-12€/Stück = 320-600€
  • Beton / Trockenbeton: ca. 30-40 Sack à 25kg
    Für Pfosten-Fundamente
    ~4€/Sack = 120-160€
  • Schrauben (Edelstahl): ca. 200-250 Stück
    Länge 10-12cm, Holzschrauben
    ~50-80€
  • Holzlasur: 10-15 Liter
    Optional für längere Haltbarkeit
    ~100-150€
Gesamtkosten Material:
1.790 - 2.790€
für 120 Laufmeter (20x40m Platz)

Benötigtes Werkzeug:

  • Erdbohrer / Pfahlbohrer: Ø 25-30cm, Tiefe 100cm
  • Akkuschrauber: Leistungsstark (18V min.)
  • Kettensäge / Handsäge: Für Ablängen
  • Wasserwaage / Laser: Zum Ausrichten
  • Richtschnur: Exakte Linie spannen
  • Schaufel: Zum Nacharbeiten der Löcher
  • Betonmischer (optional): Oder Kübel + Bohrmaschine
  • Pinsel: Für Holzlasur

Zeitaufwand:

  • 1 Person: 4-6 Tage
  • 2 Personen: 2-3 Tage
  • 3+ Personen: 1-2 Tage

Tipp: Als Helferfest organisieren - gemeinsam geht es viel schneller!

Bauanleitung Schritt-für-Schritt

1
Ecken abstecken und Schnur spannen

Markieren Sie die 4 Ecken des Reitplatzes exakt (z.B. 20,00m x 40,00m). Spannen Sie zwischen den Ecken eine Richtschnur - diese ist Ihre Führungslinie für die Pfosten.

Tipp: Verwenden Sie das 3-4-5-Prinzip für rechte Winkel: Bei einem Dreieck mit Seitenlängen 3m, 4m, 5m ist der Winkel zwischen 3m und 4m exakt 90°.
2
Pfosten-Positionen markieren

Markieren Sie entlang der Schnur alle 2,5-3 Meter die Pfosten-Positionen. Rechnen Sie: Für einen 20x40m Platz (120m Umfang) bei 3m Abstand = ca. 40 Pfosten.

Wichtig: Ecken und Türen extra abstützen! Dort ggf. Pfosten-Abstand auf 2m reduzieren.
3
Löcher bohren

Mit Erdbohrer an jeder markierten Position ein Loch bohren:

  • Tiefe: 80-100cm (frostfrei!)
  • Durchmesser: 25-30cm
  • Tipp: Erdbohrer kann man im Baumarkt für 15-25€/Tag mieten
4
Pfosten setzen und ausrichten

Pfosten in die Löcher stellen und exakt ausrichten:

  • • Mit Wasserwaage senkrecht ausrichten (in beide Richtungen prüfen!)
  • • Oberkante aller Pfosten sollte auf gleicher Höhe sein (z.B. 100cm über Boden)
  • • Pfosten mit Keilen oder Latten provisorisch fixieren
  • • Abstand zur Richtschnur überall gleich (z.B. 5cm)
5
Pfosten einbetonieren

Trockenbeton in die Löcher füllen und mit Wasser angießen. Pro Pfosten ca. 1-1,5 Sack (25kg).

Profi-Tipp: Setzen Sie zunächst nur jeden 3. Pfosten. Wenn der Beton angezogen hat (nach 2-3 Stunden), können Sie eine Richtlatte zwischen diesen "Fixpfosten" spannen und die Pfosten dazwischen exakt ausrichten.

Aushärtezeit: 24-48 Stunden warten, bevor Sie die Bohlen montieren.

6
Rundbohlen montieren

Nach dem Aushärten des Betons die Rundbohlen an den Pfosten befestigen:

  • • Bohlen horizontal an die Pfosten legen
  • Höhe: Unterkante ca. 5-10cm über Reitboden (verhindert Sand-Stau)
  • • Pro Pfosten 2 Schrauben (versetzt) in die Bohle schrauben
  • • Schrauben vorbohren (verhindert Holzsplitterung)
  • • Edelstahl-Schrauben verwenden (rostfrei)
  • • Stöße zwischen Bohlen immer auf einem Pfosten positionieren
7
Nacharbeiten und Finish

Abschließende Arbeiten für Langlebigkeit und Optik:

  • • Überstehende Pfosten-Enden sauber absägen (auf gleicher Höhe)
  • • Scharfe Kanten abschleifen / abrunden (Verletzungsschutz)
  • • Optional: Holz mit Lasur streichen (verlängert Haltbarkeit um 3-5 Jahre)
  • • Bereich um Pfosten mit Erde auffüllen und verdichten
Fertig!

Ihre selbstgebaute Holzbande ist einsatzbereit. Mit etwas Pflege (alle 2-3 Jahre nachlasieren) hält sie 10-15 Jahre.

Budget-Alternative: Betonbordsteine liegend

Konzept:

Standard-Tiefbordsteine (100x25x8cm) werden liegend als Reitplatzbegrenzung verwendet. Extrem preiswert und dauerhaft.

Materialien (120m):

  • 120 Tiefbordsteine (100cm): ~5€/Stück = 600€
  • Sand/Kies für Bett: ca. 150€
  • Optional: Mörtel für Stabilisierung: 100€
Gesamtkosten: 850€

Kurz-Anleitung:

  1. Graben ausheben (Tiefe 15-20cm, Breite 30cm)
  2. Sandbett einfüllen und verdichten (5-10cm)
  3. Bordsteine liegend (flach) nebeneinander legen
  4. Mit Gummihammer ausrichten (Wasserwaage!)
  5. Fugen mit Sand füllen oder optional vermörteln
Vorteile:
  • • Extrem günstig (ca. 7€/lfm)
  • • Absolut wartungsfrei
  • • Sehr langlebig (30+ Jahre)
  • • Einfach zu verlegen
Nachteile:
  • • Optisch schlicht (grau)
  • • Weniger flexibel bei Unebenheiten

Praktische Tipps für den Bau

Exakte Maße wichtig!

Für Turniervorbereitung müssen die Maße stimmen (20x40m oder 20x60m). Mit Maßband oder Lasermessgerät kontrollieren. Diagonalen messen: Bei Rechteck müssen beide Diagonalen gleich lang sein!

Frosttiefe beachten

Pfosten müssen mindestens 80cm tief (besser 100cm) gesetzt werden, um frostfrei zu sein. Sonst heben sich die Pfosten im Winter durch Frost und werden schief.

Eingänge einplanen

Planen Sie 1-2 Eingänge ein (Breite mind. 3m, besser 4m). Dort benötigen Sie stabile Torpfosten (Durchmesser 15-20cm) und ggf. ein abnehmbares Bandensegment oder Torsystem.

Robustes Holz wählen

Verwenden Sie druckimprägniertes Holz (Klasse 3 oder 4). Lärche, Douglasie oder Eiche sind besonders langlebig. Fichte/Kiefer unbehandelt hält nur 3-5 Jahre.

Nachbehandlung lohnt sich

Auch druckimprägniertes Holz profitiert von Lasur/Öl. Behandeln Sie die Bande alle 2-3 Jahre neu - verlängert die Haltbarkeit um 50%. Kosten: ca. 100-150€ für Material.

Helfer organisieren

Bande bauen ist Teamwork! Organisieren Sie ein "Helferfest" mit 3-5 Personen. In 1-2 Tagen ist die Bande fertig. Pizza und Getränke als Dankeschön einplanen.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sollte die Bande sein?

Standard: 20-30cm über Reitboden. Das reicht völlig aus, um den Sand zu halten. Höhere Banden (40-50cm) sind optional für:

  • • Professionelle Optik
  • • Bessere Sicherheit (Pferde können nicht drüber steigen)
  • • Schutz vor seitlichem Sandaustrag bei starker Nutzung

Wichtig: Die Unterkante sollte ca. 5-10cm ÜBER dem Reitboden sein, nicht direkt auf dem Sand aufliegen (Staunässe-Gefahr).

Können die Pfosten auch ohne Beton gesetzt werden?

Ja, aber nicht empfehlenswert. Alternativen zu Beton:

  • Einschlagen: Pfosten mit Pfostenramme oder Vorschlaghammer 80cm tief einschlagen. Nur bei festem Boden möglich. Problem: Pfosten können sich lockern und werden schief.
  • Kies-Verdichtung: Löcher mit Kies füllen und schichtweise verdichten. Günstiger als Beton, aber weniger stabil.
  • Bodenhülsen: Spezielle Einschlag-Bodenhülsen aus Metall. Gut für temporäre Lösungen, teurer als Beton (~15€/Stück).

Empfehlung: Beton ist am stabilsten und langlebigsten. Kosten ca. 4€/Pfosten - lohnt sich!

Wie viel Abstand sollte zwischen den Pfosten sein?

Standardabstand: 2,5-3 Meter.

  • 3m Abstand: Spart Pfosten (günstiger), ausreichend bei stabilen Rundbohlen (Ø 12cm)
  • 2,5m Abstand: Stabiler, empfohlen bei dünneren Bohlen oder bei Kunststoff-Paneelen
  • 2m Abstand: An Ecken und Eingängen für extra Stabilität

Faustformel: Je dicker und stabiler das Bandenmaterial, desto größer kann der Pfosten-Abstand sein.

Brauche ich eine Genehmigung für die Bande?

In der Regel NEIN. Eine einfache Umrandung/Bande um einen Reitplatz gilt normalerweise nicht als genehmigungspflichtiges Bauwerk, wenn:

  • • Die Höhe unter 1 Meter bleibt
  • • Es sich um eine einfache Begrenzung handelt (nicht geschlossener Zaun)
  • • Der Reitplatz selbst genehmigt ist

ABER: In Schutzgebieten oder bei besonderen Auflagen kann es Einschränkungen geben. Im Zweifel kurz beim Bauamt nachfragen.

Kann ich die Bande auch nachträglich einbauen?

Ja, problemlos! Viele Reitplätze werden zunächst ohne Bande gebaut und diese wird später ergänzt. Vorteile:

  • • Kosten können gestreckt werden
  • • Reitplatz ist sofort nutzbar
  • • Man sieht, ob/wo Sand tatsächlich wandert

Beachten: Wenn der Reitboden bereits liegt, darauf achten, dass beim Setzen der Pfosten der Sand nicht zu sehr aufgewühlt wird. Am besten außen um den Platz herum arbeiten.

Reitplatz komplett oder Bande nachträglich?

Wir beraten Sie zu allen Aspekten Ihres Reitplatz-Projekts - vom Unterbau bis zur fertigen Umrandung.

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