Reitplatzumrandung selber bauen
Bande, Einfassung und Begrenzung für Ihren Reitplatz • Professionelle Lösungen zum Selberbauen • Holz, Kunststoff oder Beton
Warum braucht ein Reitplatz eine Umrandung?
Die Bande ist mehr als nur Dekoration - sie erfüllt wichtige Funktionen:
Tretschicht-Begrenzung
Verhindert, dass Sand und Reitboden nach außen wandern. Ohne Bande wird der Platz langsam "weggeschoben" und muss ständig nachgefüllt werden.
Optische Begrenzung
Gibt dem Platz klare Kanten und professionelles Aussehen. Wichtig für Reitschüler und Pferde zur Orientierung bei Hufschlagfiguren.
Sicherheit
Verhindert, dass Pferde unbeabsichtigt vom Platz laufen. Schützt vor Trittkanten am Rand (Verletzungsgefahr).
Entwässerung
Verhindert Erosion durch Oberflächenwasser. Mit richtiger Ausführung kann die Bande auch als Drainage-Rinne fungieren.
Exakte Maße
Definiert die genauen Abmessungen (z.B. 20x40m für Dressur). Wichtig für Turniervorbereitung und korrektes Training.
Unkrautschutz
Trennt Reitfläche von umgebendem Gras/Boden. Reduziert Einwanderung von Samen und Wurzeln vom Rand her.
Materialien im Vergleich
Holz (Rundbohlen)
Material + Pfosten
Kunststoff-Paneele
Material + Montagesystem
Beton-Elemente
Material + Fundament + Montage
Weitere Budget-Optionen
Einfache Kanthölzer
Druckimprägnierte Kanthölzer 12x12cm auf Pfosten genagelt. Günstigste Holz-Variante.
Recycling-Kunststoff-Planken
Aus recyceltem Plastik, holzähnliche Optik. Günstiger als original Kunststoff-Paneele.
Betonbordsteine liegend
Standard-Tiefbordsteine (100x25x8cm) liegend als Begrenzung. Sehr preiswert und stabil.
Palisaden aus Holz
Runde Pfähle (12-15cm Ø) dicht an dicht gesetzt. Rustikal und sehr stabil.
Bauanleitung: Holzbande selber bauen
Die beliebteste und einfachste DIY-Lösung - Schritt für Schritt erklärt
Klassische Holz-Rundbohlen-Bande
Benötigte Materialien (für 120m):
- Rundbohlen (Ø 10-12cm): 120 Laufmeter
Druckimprägniert, Klasse 3-4
~10-15€/lfm = 1.200-1.800€ - Pfosten (Ø 12-15cm, Länge 180cm): 40-50 Stück
Abstand 2,5-3m, 80cm tief einbetoniert
~8-12€/Stück = 320-600€ - Beton / Trockenbeton: ca. 30-40 Sack à 25kg
Für Pfosten-Fundamente
~4€/Sack = 120-160€ - Schrauben (Edelstahl): ca. 200-250 Stück
Länge 10-12cm, Holzschrauben
~50-80€ - Holzlasur: 10-15 Liter
Optional für längere Haltbarkeit
~100-150€
Benötigtes Werkzeug:
- • Erdbohrer / Pfahlbohrer: Ø 25-30cm, Tiefe 100cm
- • Akkuschrauber: Leistungsstark (18V min.)
- • Kettensäge / Handsäge: Für Ablängen
- • Wasserwaage / Laser: Zum Ausrichten
- • Richtschnur: Exakte Linie spannen
- • Schaufel: Zum Nacharbeiten der Löcher
- • Betonmischer (optional): Oder Kübel + Bohrmaschine
- • Pinsel: Für Holzlasur
Zeitaufwand:
- • 1 Person: 4-6 Tage
- • 2 Personen: 2-3 Tage
- • 3+ Personen: 1-2 Tage
Tipp: Als Helferfest organisieren - gemeinsam geht es viel schneller!
Bauanleitung Schritt-für-Schritt
Ecken abstecken und Schnur spannen
Markieren Sie die 4 Ecken des Reitplatzes exakt (z.B. 20,00m x 40,00m). Spannen Sie zwischen den Ecken eine Richtschnur - diese ist Ihre Führungslinie für die Pfosten.
Pfosten-Positionen markieren
Markieren Sie entlang der Schnur alle 2,5-3 Meter die Pfosten-Positionen. Rechnen Sie: Für einen 20x40m Platz (120m Umfang) bei 3m Abstand = ca. 40 Pfosten.
Löcher bohren
Mit Erdbohrer an jeder markierten Position ein Loch bohren:
- • Tiefe: 80-100cm (frostfrei!)
- • Durchmesser: 25-30cm
- • Tipp: Erdbohrer kann man im Baumarkt für 15-25€/Tag mieten
Pfosten setzen und ausrichten
Pfosten in die Löcher stellen und exakt ausrichten:
- • Mit Wasserwaage senkrecht ausrichten (in beide Richtungen prüfen!)
- • Oberkante aller Pfosten sollte auf gleicher Höhe sein (z.B. 100cm über Boden)
- • Pfosten mit Keilen oder Latten provisorisch fixieren
- • Abstand zur Richtschnur überall gleich (z.B. 5cm)
Pfosten einbetonieren
Trockenbeton in die Löcher füllen und mit Wasser angießen. Pro Pfosten ca. 1-1,5 Sack (25kg).
Aushärtezeit: 24-48 Stunden warten, bevor Sie die Bohlen montieren.
Rundbohlen montieren
Nach dem Aushärten des Betons die Rundbohlen an den Pfosten befestigen:
- • Bohlen horizontal an die Pfosten legen
- • Höhe: Unterkante ca. 5-10cm über Reitboden (verhindert Sand-Stau)
- • Pro Pfosten 2 Schrauben (versetzt) in die Bohle schrauben
- • Schrauben vorbohren (verhindert Holzsplitterung)
- • Edelstahl-Schrauben verwenden (rostfrei)
- • Stöße zwischen Bohlen immer auf einem Pfosten positionieren
Nacharbeiten und Finish
Abschließende Arbeiten für Langlebigkeit und Optik:
- • Überstehende Pfosten-Enden sauber absägen (auf gleicher Höhe)
- • Scharfe Kanten abschleifen / abrunden (Verletzungsschutz)
- • Optional: Holz mit Lasur streichen (verlängert Haltbarkeit um 3-5 Jahre)
- • Bereich um Pfosten mit Erde auffüllen und verdichten
Fertig!
Ihre selbstgebaute Holzbande ist einsatzbereit. Mit etwas Pflege (alle 2-3 Jahre nachlasieren) hält sie 10-15 Jahre.
Budget-Alternative: Betonbordsteine liegend
Konzept:
Standard-Tiefbordsteine (100x25x8cm) werden liegend als Reitplatzbegrenzung verwendet. Extrem preiswert und dauerhaft.
Materialien (120m):
- • 120 Tiefbordsteine (100cm): ~5€/Stück = 600€
- • Sand/Kies für Bett: ca. 150€
- • Optional: Mörtel für Stabilisierung: 100€
Kurz-Anleitung:
- Graben ausheben (Tiefe 15-20cm, Breite 30cm)
- Sandbett einfüllen und verdichten (5-10cm)
- Bordsteine liegend (flach) nebeneinander legen
- Mit Gummihammer ausrichten (Wasserwaage!)
- Fugen mit Sand füllen oder optional vermörteln
- • Extrem günstig (ca. 7€/lfm)
- • Absolut wartungsfrei
- • Sehr langlebig (30+ Jahre)
- • Einfach zu verlegen
- • Optisch schlicht (grau)
- • Weniger flexibel bei Unebenheiten
Praktische Tipps für den Bau
Exakte Maße wichtig!
Für Turniervorbereitung müssen die Maße stimmen (20x40m oder 20x60m). Mit Maßband oder Lasermessgerät kontrollieren. Diagonalen messen: Bei Rechteck müssen beide Diagonalen gleich lang sein!
Frosttiefe beachten
Pfosten müssen mindestens 80cm tief (besser 100cm) gesetzt werden, um frostfrei zu sein. Sonst heben sich die Pfosten im Winter durch Frost und werden schief.
Eingänge einplanen
Planen Sie 1-2 Eingänge ein (Breite mind. 3m, besser 4m). Dort benötigen Sie stabile Torpfosten (Durchmesser 15-20cm) und ggf. ein abnehmbares Bandensegment oder Torsystem.
Robustes Holz wählen
Verwenden Sie druckimprägniertes Holz (Klasse 3 oder 4). Lärche, Douglasie oder Eiche sind besonders langlebig. Fichte/Kiefer unbehandelt hält nur 3-5 Jahre.
Nachbehandlung lohnt sich
Auch druckimprägniertes Holz profitiert von Lasur/Öl. Behandeln Sie die Bande alle 2-3 Jahre neu - verlängert die Haltbarkeit um 50%. Kosten: ca. 100-150€ für Material.
Helfer organisieren
Bande bauen ist Teamwork! Organisieren Sie ein "Helferfest" mit 3-5 Personen. In 1-2 Tagen ist die Bande fertig. Pizza und Getränke als Dankeschön einplanen.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch sollte die Bande sein?
Standard: 20-30cm über Reitboden. Das reicht völlig aus, um den Sand zu halten. Höhere Banden (40-50cm) sind optional für:
- • Professionelle Optik
- • Bessere Sicherheit (Pferde können nicht drüber steigen)
- • Schutz vor seitlichem Sandaustrag bei starker Nutzung
Wichtig: Die Unterkante sollte ca. 5-10cm ÜBER dem Reitboden sein, nicht direkt auf dem Sand aufliegen (Staunässe-Gefahr).
Können die Pfosten auch ohne Beton gesetzt werden?
Ja, aber nicht empfehlenswert. Alternativen zu Beton:
- Einschlagen: Pfosten mit Pfostenramme oder Vorschlaghammer 80cm tief einschlagen. Nur bei festem Boden möglich. Problem: Pfosten können sich lockern und werden schief.
- Kies-Verdichtung: Löcher mit Kies füllen und schichtweise verdichten. Günstiger als Beton, aber weniger stabil.
- Bodenhülsen: Spezielle Einschlag-Bodenhülsen aus Metall. Gut für temporäre Lösungen, teurer als Beton (~15€/Stück).
Empfehlung: Beton ist am stabilsten und langlebigsten. Kosten ca. 4€/Pfosten - lohnt sich!
Wie viel Abstand sollte zwischen den Pfosten sein?
Standardabstand: 2,5-3 Meter.
- • 3m Abstand: Spart Pfosten (günstiger), ausreichend bei stabilen Rundbohlen (Ø 12cm)
- • 2,5m Abstand: Stabiler, empfohlen bei dünneren Bohlen oder bei Kunststoff-Paneelen
- • 2m Abstand: An Ecken und Eingängen für extra Stabilität
Faustformel: Je dicker und stabiler das Bandenmaterial, desto größer kann der Pfosten-Abstand sein.
Brauche ich eine Genehmigung für die Bande?
In der Regel NEIN. Eine einfache Umrandung/Bande um einen Reitplatz gilt normalerweise nicht als genehmigungspflichtiges Bauwerk, wenn:
- • Die Höhe unter 1 Meter bleibt
- • Es sich um eine einfache Begrenzung handelt (nicht geschlossener Zaun)
- • Der Reitplatz selbst genehmigt ist
ABER: In Schutzgebieten oder bei besonderen Auflagen kann es Einschränkungen geben. Im Zweifel kurz beim Bauamt nachfragen.
Kann ich die Bande auch nachträglich einbauen?
Ja, problemlos! Viele Reitplätze werden zunächst ohne Bande gebaut und diese wird später ergänzt. Vorteile:
- • Kosten können gestreckt werden
- • Reitplatz ist sofort nutzbar
- • Man sieht, ob/wo Sand tatsächlich wandert
Beachten: Wenn der Reitboden bereits liegt, darauf achten, dass beim Setzen der Pfosten der Sand nicht zu sehr aufgewühlt wird. Am besten außen um den Platz herum arbeiten.
Reitplatz komplett oder Bande nachträglich?
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